|
|
Moderne
Planetenfotografie - Tipps + Tricks zur
Bildaufnahme |
 |
Normalerweise wird zu jeder Kamera auch eine Software zur
Aufnahmesteuerung geliefert. Diese unterscheiden sich naturgemäß.
Links im Bild ist ein Ausschnitt von ICapture der Celestron SkyRis Kamera
dargestellt.
- Wählen Sie einen
vernünftigen Kompromiss zwischen Belichtungszeit und Verstärkung
(Gain), achten Sie bei Mondaufnahmen, dass helle Kraterränder nicht
überbelichtet werden (lassen Sie sich von der Aufnahmesoftware das
Histogramm anzeigen). Eine
Erklärung des Histogramms finden Sie hier.
- Eine hohe (elektronische)
Verstärkung erlaubt kürzere Belichtungszeiten, aber das Bildrauschen
ist hoch. Um wenig verrauschte Summenbilder zu erhalten, müssen deutlich
mehr Einzelbilder aufsummiert werden.
|
|
- Eine geringe (elektronische)
Verstärkung ergibt rauscharme Bilder, die Belichtungszeit muss jedoch
erhöht werden. Finden Sie deshalb ihren
persönlichen Kompromiss, der natürlich auch von der Nachbearbeitung
der Rohavifiles abhängig ist,
- Machen Sie sich mit Ihrem
Equipment vertraut und versuchen Sie eine Standardroutine für die
Rohavifiles zu finden (Anzahl der Einzelbilder, Verstärkung,
Belichtungszeit, etc),
- Konfigurieren Sie die
Aufnahmesoftware so, dass im Filenamen das Datum und die Uhrzeit in UT
abgespeichert werden,
- Setzen Sie den Gammawert so
niedrig wie möglich (zu geringe Kontraste lassen sich später in der
Bildverarbeitung anheben. Zu starke Kontraste in den Rohbildern lassen sich
nicht korrigieren,
- Nutzen Sie die höchste
Bildaufnahmerate, die bei gegebener Belichtungszeit und Verstärkung
möglich ist,
- Begrenzen Sie mit der Funktion
ROI (Region of Interest) der Aufnahmesoftware den Bildausschnitt. Je kleiner
die Einzelbilder, desto schneller nach Bildverarbeitung,
- Zur Fokussierung: Nehmen
Sie sich die Zeit, das Mondbild optimal zu fokussieren (Bildschärfe).
Unscharfe Einzelbilder können auch nachträglich durch die
Auswertesoftware nicht scharf gerechnet werden. Mit einiger Erfahrung sehen Sie
auch sofort ob schlechte Seeingbedingungen durch die Atmosphäre oder durch
eine nicht austemperierte Optik entstehen,
- Starten der Bildaufnahme:
Jede Aufnahmesoftware zeigt Ihnen ein Lifebild der Kamera. Starten Sie ihre
Videosequenz während die Seeingkonditionen gut sind. Die Einzelbilder
sollten in der möglichst höchsten Bildrate (frames per second)
aufgenommen werden.
Merke: Die Qualität des Endergebnisses ist abhängig von der
Qualität der Rohbildaufnahmen ! |
 |
Haben Sie Ihre Steuersoftware zur Bildaufnahme und Ihr Equipment
unter Kontrolle, wechseln Sie eventuell zur Aufnahmesoftware FireCapture.
FireCapture ist eine Public
Domain Software (frei verfügbar) von Thorsten Edelmann. Zur Zeit (Ende
2013) die wohl anpassungsfähigste Aufnahmesoftware zur Planetenfotografie
mit Webcams und Videokameras. Sie
- unterstützt eine
große Vielzahl von Kameras,
- übernimmt die
Kontrolle und Ansteuerung einer großen Anzahl von Filterrädern
für RGB Sequenzen,
- sie hat eine Autoguider
Funktion, um die Kameras zur Nachführung für lang belichtete
Astroaufnahmen einzusetzen und
- sie ist
kostenlos
|
|
| |